AfA Baden-Württemberg

 

Brückenteilzeit wird begrüßt, darf aber nicht zum zahnlosen Tiger werden

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Die SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) begrüßt mit der Brückenteilzeit die jüngste Initiative von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. So sollen ArbeitnehmerInnen ab 2019 die Möglichkeit bekommen, ihre Stelle in einem bestimmten Zeitkorridor auf Teilzeit reduzieren und später wieder auf eine Vollzeitstelle aufstocken zu können.

Über 15 Millionen ArbeitnehmerInnen arbeiten in Deutschland derzeit in Teilzeit. Seit 1991 hat sich die Zahl der teilzeitbeschäftigten Männer und Frauen mehr als verdoppelt. Der Wechsel in die Teilzeit hat nicht nur familiäre Gründe, auch eine Verringerung des Stresses, in einer immer schnelllebigeren Zeit, wird immer mehr aufgeführt. Die Rückkehr von der Teilzeit zur Vollzeit erweist sich jedoch oft als schwierig. Hier soll das Gesetz ansetzen.

Um von der Brückenteilzeit profitieren zu können muss das Unternehmen über 45 MitarberInnen haben. Dann besteht für Beschäftigte, nach einem sechsmonatigem Arbeitsverhältnis, der Anspruch, dass ArbeitgeberInnen einen Antrag pro 15 Beschäftigte gewähren müssen. Diese Einschränkung entfällt bei Unternehmen mit über 200 Beschäftigten. Die AfA sieht in diesem Passus ein Problem in der tatsächlichen Verwirklichung für ArbeitnehmerInnen.

„Deutschland ist als Wirtschaftsstandort geprägt von kleineren und mittleren Unternehmen. Diese haben eben nicht unbedingt 200 Beschäftigte. Damit von diesem sinnvollen Gesetz möglichst viele profitieren können, hoffen wir im parlamentarischen Verfahren auf eine neue Staffelung. Wir können verstehen, dass es für Kleinstbetriebe mit dem Hintergrund der Personalplanung und Arbeitsbewältigung schwierig ist, jedoch sollte statt 46 ab 20 MitarbeiterInnen die Umsetzung des Antrags von einem pro 15 Beschäftigten und ab 140 Mitarbeiter generell möglich sein. Ziel muss sein, dass das Gesetz seine Wirkung entfalten kann und nicht wie andere gute SPD-Gesetze durch Ausnahmereglungen der Union zum zahnlosen Tiger wird“, erklärte AfA-Landesvorsitzender Udo Lutz.