AfA Baden-Württemberg

 

Arbeitnehmervertreter/innen tragen zur Integration bei!

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Gewerkschaftliche Arbeit sowie deren Bildungsarbeit trägt maßgebend zur Integration bei. Diese Fazit zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Filmeabend mit anschließender Podiumsdiskussion in Mannheim, zu der der SPD-Landestagkandidat Dr. Boris Weirauch sowie die SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragnen (AfA) und die AG Migration und Vielfalt eingeladen hatten.

Der Film "Freundschaften – kommen um zu bleiben" beschäftigt sich mit den Definitionen verschiedener Menschen mit dem Begriff Freundschaft und wie man diese in Deutschland und mit seinen Mitmenschen erlebt. Nach der Begrüßung durch den AfA-Kreisvorsitzenden Belamir Evisen wurde gemeinsam der Film angeschaut.

Ergun Lümali, stellvertretender Gesamtbetriebsratsvorsitzender und Mitglied des Aufsichtsrates der Daimler AG, Gitta Süß-Slania, Gesamtpersonalratsvorsitzende Stadt Mannheim, Birol Koca, Betriebsrat John Deere Vorsitzender der AG Migration und Vielfalt und Mario Di Carlo, Regisseur u.a. des Films "Freundschaften - kommen um zu bleiben" stellten sich nach dem Film der Diskussion und den Fragen des Publikums.

„Im Film wird darüber berichtet, dass in Deutschland Freundschaften oft in Vereinen und Organisationen entstehen. Auch Gewerkschaften sind Organisationen", eröffnete die Moderatorin des Abends Evelyne Gottselig, stv. AfA Landes- und Kreisvorsitzende an. Bei Frauen spreche man beim Weg nach oben oft von der sog. „gläsernen Decke“. Sie fragte Ergun Lümali, wo er in seinem Werdegang positive bzw. negative Erfahrungen gemacht habe. Ergun Lümali appellierte dazu, zu seiner Meinung zu stehen. So müsse man die Pfiffe einzelner aushalten, wenn man z.B. auf einer Betriebsversammlung gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus aufrufe. Ein Erlebnis sei ihm persönlich stark in Erinnerung geblieben: Als er damals seinen Meister machte, fragte ihn sein damaliger Vorgesetzter, wie viele Meister mit Migrationshintergrund er im Unternehmen kennen würde? Damit wollte er ihn darauf vorbereiten, einen langen Atem zu behalten. Den hatte Lümali und es hat sich gelohnt.

Gitta Süß-Slania betonte, dass Integration mit der Sprache beginnt, weshalb die Stadt Mannheim bereits bei der frühkindlichen Bildung in die Sprache der Kinder investiert. Bei der Stadt Mannheim als Arbeitgeber arbeiteten viele Menschen mit unterschiedlichsten Nationalitäten. In den Führungsebenen sind diese allerdings noch unterrepräsentiert.“

„Obwohl ich in Deutschland geboren bin, darf ich meinen Landtagsabgeordneten nicht wählen. Das Betriebsverfassungsgesetz ist bei den Betriebsratswahlen schon viel weiter. Ich darf nicht nur wählen sondern kann auch kandidieren.“ so Birol Koca.

Mario di Carlo hatte bei den Filmaufnahmen die Beteiligten gefragt, wer sich als Mannheimer fühle. Ausnahmslos alle, egal welcher Herkunft, bestätigen dabei, dass sie Mannheimer sind.

"Was ist typisch Deutsch?" lautete die Frage an die Podiumsteilnehmer/innen. Für den im Schwäbischen lebenden Ergun Lümali ist es die Kehrwoche, für Birol Koca ist sind es Pünktlichkeit, Satzungen und Regeln. Gitta Süß-Slania bestätigte dies: „Bei uns ist alles geregelt. Auch wenn es uns manchmal auf die Füße fällt, insgesamt profitieren wir alle davon.“

Eine große Bedeutung messen alle Podiumsteilnehmer/innen der gewerkschaftlichen Arbeit und deren Bildungsarbeit bei der Integration von Menschen ein. In den Satzungen aller im Deutschen Gewerkschaftsbund vertretenen Einzelgewerkschaften ist der Kampf gegen Neofaschismus, Kriege und Diskriminierung als Ziel definiert. Auch in § 75 des Betriebsverfassungsgesetzes  ist die „Behandlung von Betriebsangehörigen“ klar geregelt. So heißt es dort:
(1) Arbeitgeber und Betriebsrat haben darüber zu wachen, dass alle im Betrieb tätigen Personen nach den Grundsätzen von Recht und Billigkeit behandelt werden, insbesondere, dass jede Benachteiligung von Personen aus Gründen ihrer Rasse oder wegen ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Abstammung oder sonstigen Herkunft, ihrer Nationalität, ihrer Religion oder Weltanschauung, ihrer Behinderung, ihres Alters, ihrer politischen oder gewerkschaftlichen Betätigung oder Einstellung oder wegen ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Identität unterbleibt.
(2) Arbeitgeber und Betriebsrat haben die freie Entfaltung der Persönlichkeit der im Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer zu schützen und zu fördern. Sie haben die Selbständigkeit und Eigeninitiative der Arbeitnehmer und Arbeitsgruppen zu fördern.